GESCHICHTEN

Lesen Sie in unseren Geschichten von Menschen und Organisationen, die wir begleiten und in Ihrer Arbeit unterstützen. Tauchen Sie ein in die vielfältige und spannende Welt von Non-Profit-Organisationen und ihren Vertretern und erleben Sie anhand von Beispielen unsere Arbeitsweise und Kultur.

 

Empathie und Mut 

2018 Werkstattschule Hendrikje Lorenz Sabine Walther   vv  

„Ich kann kaum fassen, wieviel geballtes Wohlwollen und Empathie mir auf dem OE-Forum der Schmid Stiftung in Heidelberg entgegengebracht wurde“, resümiert Hendrikje Lorenz, Geschäftsführerin der WerkStattSchule in Heidelberg ihre Eindrücke.

Hendrikje Lorenz und Sabine Walther  (WerkStattSchule)

Hendrikje Lorenz hatte über eine Bekannte von den Pro-bono-Aktivitäten der Schmid Stiftung erfahren, konnte sich aber nicht viel darunter vorstellen. Ein Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Uta Mielisch hat sie ermutigt mit einem Anliegen an dem OE-Forum teilzunehmen. Hendrikje Lorenz sah sich und ihre Organisation mit Wachstumsschmerzen konfrontiert und war auf der Suche nach neuen Strukturen, die zu ihrem Selbstverständnis passen.

„Ich fand es in der Tat mutig, mich in etwas Unbekanntes einzulassen. Es hat sich aber mehr als gelohnt: Ich fühlte mich ernst genommen und sehr kompetent beraten.  Die Vorschläge und Impulse konnte ich sehr gut annehmen; allein wäre ich nie auf bestimmte Veränderungsideen gekommen“.

Und jetzt – einige Monate später? Hendrikje Lorenz spürt Entlastung im Alltag, weil sie Anstöße aus dem OE-Forum gleich umgesetzt hat und nun verstärkt auf Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeitenden baut und agiles Arbeiten eingeführt hat. Auch ihre langjährige Geschäftsführungskollegin Sabine Walther, die beim OE-Forum nicht dabei war, freut sich über die greifbare positive Entwicklung und das verstärkte Engagement der Mitarbeitenden.

Wie es gelingt, diese wohlwollende Atmosphäre zu schaffen, fragt sich Hendrikje Lorenz noch.
Eine klare Antwort können wir darauf nicht geben. Es hat in erster Linie damit zu tun, dass unsere Dialogpartner mit viel Feingespür und hohem Respekt vor den Fallgebern arbeiten. Diese Haltung - gekoppelt mit dem notwendigen Knowhow in Organisationsentwicklung - strahlt aus und führt zu einem Ambiente, in dem alle Beteiligten auf Augenhöhe arbeiten und voneinander lernen können. 

2018 Werkstattschule werkstatt aussen

Über die WERKstattSCHULE e.V. :

Der Verein blickt auf eine 30-jährige Geschichte zurück und existiert in der jetzigen – stets wachsenden Form – seit 2014. Er verfolgt Ziele der praxisorientierten, kulturellen Bildung, der internationalen Jugendarbeit, der Jugendhilfe und der Jugendpflege. Aktuell arbeitet die WERKstattSCHULE in über 50 Schulprojekten mit einem 24 köpfigen Team. Es werden zudem einwöchige Kurzprojekte sowie Auslandsworkcamps und Workshops angeboten.

 

Hallo Schweiz! 

Seit einigen  Jahren pflegen wir mit der Drosos Stiftung eine Kooperation, die sich insbesondere durch gemeinsam durchgeführte OE-Foren in Berlin mit ostdeutschen Nonprofit-Organisationen kennzeichnet. Am 8. Juni findet erstmalig ein OE-Forum in Zürich mit Schweizer Partnerorganisationen der Drosos Stiftung statt. schweizerflagge

Im November war Uta Mielisch bereits bei der  Drosos Stiftung in Zürich zu Besuch und konnte eine Reihe von Schweizer Kultur- und Jugendhilfeorganisationen kennenlernen, die durch die Drosos Stiftung finanziell unterstützt werden. Sie war begeistert von deren hohen Willen sich für gesellschaftliche Randgruppe zukunftsweisend und mit Herzblut einzusetzen.

Das ist Neuland für uns, vor allem in Bezug auf regionale Pro-bono-Berater “, sagt Uta Mielisch. Sie ist zuversichtlich, dass sich Interessierte aus dem isb-Netzwerk melden werden und freut sich auf das erste OE-Forum mit der Drosos Stiftung in der Schweiz.

Ein zentraler Pfeiler unserer Förderung liegt in der Stärkung von Nachhaltigkeit“, erläutert Tobias Lengsfeld, Leiter Abteilung Europa. Er blickt erwartungsvoll auf das gemeinsame OE-Forum am 8. Juni: „Wir wissen, dass die Schmid Stiftung größere Peer-Learning-Prozesse erfolgreich organisiert und strukturiert. Und wir schätzen, dass die OE-Foren nicht abstrakt verlaufen, sondern sich an konkreten Fragen zu OE der teilnehmenden Organisationen orientieren.“ Dadurch säßen alle im gleichen Boot und das gemeinsame Erleben rücke in den Vordergrund. 

Tobias Lengsfeld Drosos Stiftung bearb  cc 

Tobias Lengsfeld sieht darin eine passende Ergänzung zu den Tätigkeiten der Drosos Stiftung: „Wir selbst können diese Aufgabe als Förderstiftung nicht übernehmen, weil wir in Rollenkonflikte geraten würden.“ Die Drosos Stiftung sieht sich in der Rolle des Ermöglichers, möchte die Stärken ihrer geförderten Partnerorganisationen zum Tragen bringen und setzt auf Eigenverantwortlichkeit. Diese Haltung verbindet die Drosos Stiftung mit uns und erklärt die fruchtbare Zusammenarbeit.

Tobias Lengsfeld arbeitet seit 14 Jahren für die Drosos Stiftung und freut sich nach wie vor daran Projekte zum Fliegen zu bringen und junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen darin zu stärken, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

„Ich nehme die Schmid Stiftung als sehr glaubhaften Akteur wahr, weil sie keine eigenen Interessen verfolgt.“

Meike Barnahl – Projekt U45 der Kirchengemeinde Hamburg–Ost
'Das Pfarrbild kommt ins Rollen - die Kirche von der Zukunft her gedacht'

Seit September 2017 ist Meike Barnahl mit der Schmid Stiftung in Kontakt. Zur Klärung und Standortbestimmung des Projekts U45 nahm sie im November 2017 eine OE-Klärung in Anspruch und stellte im Januar 2018 das Projekt U45 auf dem Pionierlabor des isb vor. 

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„Unter dem Aspekt Organisations- und Kulturentwicklung haben wir es mit einer sehr spannenden Herausforderung zu tun, denn wir sprechen von der über zweitausend Jahre alten Institution Kirche“. Mit dieser Aussage stellt Pastorin Meike Barnahl sich und das in den Grundzügen bereits angelegte Change-Vorhaben U45 der evangelischen Kirche im Kirchenkreis Hamburg-Ost auf dem Markt der Möglichkeiten des Pionierlabors vor. Mit funkelnden Augen erklärt sie, was sich hinter dem Projektnamen 'U45' verbirgt. 

'U45' bezieht sich auf eine Gruppe von Pastor*Innen, die - wie sie selbst - noch unter 45 Jahre alt sind. Sie alle blicken auf ein zukünftiges Kirchenbild, das sich im Laufe ihrer eigenen Berufslaufbahnen stark verändern wird: Weniger Ressourcen, weniger Pfarrstellen, neue Erwartungen an die Kirche. Ursprünglich gestartet waren die engagierten Pastoren mit der Frage „Wie ist unser Arbeitsplatz auch in 15 Jahren attraktiv für uns?“. Daraus entwickelte sich ein interner Organisationsentwicklungsprozess, den die  engagierten Kirchenvertreter/Innen nun mitgestalten. Sie haben den Prozess - begleitet durch die interne OE - entlang der Theorie-U Methode von C. Otto Scharmer vollzogen: Schnell aus dem Moment der Idee heraus erste Modelle entwickeln. Das Ergebnis ist in dem Konzeptpapier Das Kugellager nachzulesen.

An der OE-Klärung im November 2017 nahm Meike Barnahl zusammen mit einem Pastor-Kollegen teil, um Resonanz zur bisherigen Entwicklung zu bekommen. Die zwei Pastor*Innen konnten das Treffen mit Stiftungsvertreterinnen und Dialogpartnern nutzen, um einen Boxenstop einzulegen. Gemeinsam wurde an der Fragestellung gearbeitet, ob deren erste Konzeptidee, die Kirche neu zu gestalten und mit innovativen Strukturen zu versehen, nachvollziehbar und grundsätzlich realistisch sei und wie es nun weiter gehen könnte. Meike Barnahl rekapituliert: „Wir fühlten uns bestätigt und haben sehr wertvolle Impulse bekommen, die wir nun in die weitere Arbeit einfließen lassen."

Inzwischen hat 'U45' in Hamburg eine große Medienaufmerksamkeit bekommen und eine Zusage für zwei Erfahrungsräume zur ersten Erprobung ihrer Ideen. Davon berichtet Meike Barnahl auf dem Pionierlabor in ihrer Session und fügt  hinzu, dass sie aber keineswegs das Rad neu erfinden wollen und genau Ausschau halten, welche Ansätze bereits an anderen Orten erprobt werden.

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Nach ihrem persönlichen Lebensweg gefragt, gab es in Meike Barnahls Leben mehrere Situationen, in denen sie sich einfach getraut hat zu provozieren. Sie sagt von sich: Hätte man sie als Konfirmandin kennengelernt, wäre niemand auf die Idee gekommen, dass sie später Theologie studieren würde, denn sie konnte der damaligen Kirchenkultur wenig abgewinnen – bis sie in Kontakt mit einer neuen Pastorin kam, die mit den jungen Menschen aktiv Kirche gemacht hat.  Als sie vor der Wahl eines Berufes stand, dachte sie auch an Medizin oder an Mathelehramt. Ihre Leitfrage lautete damals: Welchen Beruf kann ich mir mein Leben lang vorstellen? Pastorin! Denn sie möchte gestalten, weiterdenken, persönlich anknüpfen - und zeigen, was die ursprünglichen Bilder und Geschichten von Jesus Christus in einem Leben heute ausmachen können - und wie postmoderne Christen in aller Freiheit heute so leben können, wie es für sie Sinn ergibt.

Die mutige zweifache Mutter freut sich auf die anstehenden Aufgaben. „Ich möchte gestalten, wo der Mensch Raum findet“ und hat zu diesen Vorhaben beim Pionierlabor - nicht zuletzt inspiriert durch die anderen Teilnehmenden - weitere neue eigene Ideen entwickelt. Einige Netzwerker haben ihr auch spontan ihre Unterstützung angeboten.  

Wir wünschen Meike Barnahl und ihren Kolleg*Innen gutes Gelingen bei der Weiterentwickelung ihres anspruchsvollen Vorhabens und stehen mit unserem Angebot der OE-Werkstatt zu gegebener Zeit unterstützend zur Verfügung.

Infos zu Projekt U45 finden sich auch auf Facebook

 

Christina Gröbmayr - Bezirksverein für Soziale Rechtspflege, Freiburg 

Christina Gröbmayr hat im März 2017 an unserem OE-Forum 'Rollen und Verantwortung' in Heidelberg teilgenommen. Sie wurde wenige Wochen zuvor frisch in den Vorsitz des Vereins gewählt, der sich für die Wiedereingliederung von Haftentlassenen in die Gesellschaft einsetzt.

Uns hat neugierig gemacht, wie eine junge Frau, die als Juristin beruflich mehr als eingespannt ist, zu dem Amt - das sie voller Freude und mit unbeschreiblich viel Herzblut ausfüllt - kommt?

„Zu Schulzeiten, in der Vorbereitung für mein Englisch-Abi, habe ich die Kriminalromane des US-amerikanischen Autors John Grisham gelesen“, erzählt Tina Gröbmayr. Insbesondere das Buch „The Street Lawyer“ (dt. „Der Verrat“) hat Tina Gröbmayr nicht mehr losgelassen. „Ich habe schließlich Jura studiert, um ein wirkungsvolles Instrumentarium an die Hand zu bekommen, um Menschen, die wegen ihrer persönlichen Schicksale kaum Möglichkeiten zur Rechtsdurchsetzung haben, zu ihrem Recht zu verhelfen“. Gerade der sozialkritische Ansatz, der die Romane von John Grisham auszeichnet, hat Tina Gröbmayr beeindruckt und geprägt. „Ich habe allerdings auch erkannt, dass das juristische Instrumentarium nicht ausreicht, um wirklich nachhaltige Unterstützung in allen Bereichen zu geben.“

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Vor 11 Jahren, als Tina Gröbmayr im dritten Semester war, lernte sie dann die Anlaufstelle für Haftentlassene auf dem Sommerfest des Trägervereins, für den sie sich seitdem engagiert, kennen. „An dem dortigen Infostand habe ich erkannt, dass deren Arbeit genau die notwendige Ergänzung ist, ohne die unser Rechtssystem nicht funktionieren kann. Die Menschen dort waren zudem unglaublich offen und herzlich, so dass ich die Möglichkeit, dort ein Praktikum zu machen, begeistert wahrnahm und seither nicht mehr losgekommen bin“. Seitdem gehört Tina Gröbmayrs Engagement zu ihrem Leben dazu. Was sagen ihre Freunde dazu? „Früher wurde ich wirklich sehr schräg angeschaut. Mittlerweile können sich auch meine Freunde mich nicht mehr ohne mein Wirken im Verein vorstellen“.

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Wir als Schmid Stiftung freuen uns, dass wir Tina Gröbmayr und auch ihre Vereinskollegen/Innen bei dem noch frischen Übergang von Vorstandsarbeit in den Vorsitz unterstützen durften. Tina Gröbmayr hat beim OE-Forum im März 2017 wertvolle Impulse erhalten, die sie nicht zuletzt durch die Begleitung von Dialogpartner Rainer Niederee gut umsetzen können.

„Uns ist es gelungen, den ehemaligen Amtsinhaber mit einem wunderschönen und würdevollen Fest zu verabschieden. Nun stehen Herausforderungen an, wie die anstehende Arbeit gut verteilt werden kann.“

Dass Tina Gröbmayr mit diesem Thema nicht alleine ist, haben wir in unserer Stiftungsarbeit häufig feststellen müssen: Viele Ehrenämter wurden in der Vergangenheit nicht selten an Stelle eines Berufes ausgeführt. Engagieren sich junge Menschen, so steht neben dem freiwilligen Engagement häufig Job und auch Familie.

 Mehr zum Verein unter      logo bezirksverein

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