Hier berichten Partnerorganisationen über ihre Erfahrungen und Entwicklungen in der OE-Begleitung. Die Erfahrungsberichte geben einen Einblick darüber, mit welchen Anliegen Organisationen auf uns zu kommen und wie Lösungsansätze dazu aussehen können.

Arbeiterkind e.V. 

Mit Katja Urbatsch, der Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de, besteht seit März 2015 eine OE-Begleitung. Katja Urbatsch trat an die Schmid Stiftung mit dem Anliegen heran, dem rasanten Wachstum an hauptamtlichen Mitarbeitern und Projekten der Initiative ArbeiterKind.de in ihrer Rolle als Führungskraft besser gerecht werden zu können. Im Rahmen des Vorgesprächs wurden zwei besonders herausfordernde Themenfelder identifiziert: zum einen, welche Rolle und welche Aufgaben Katja Urbatsch als Führungskraft als stimmig erschienen, zum anderen, wie die Organisation selbst sich angesichts limitierter Ressourcen professioneller organisieren und effizientere Arbeitsstrukturen erschaffen könnte.

Die Reflexion ihrer Führungsrolle unter den Fragestellungen „Was erwarte ich von mir selbst?“ und „Was erwarten meine MitarbeiterInnen von mir?“ hat Katja Urbatsch in ihren Führungsselbstverständnis entscheidende Anregungen gegeben. Sie konnte innerhalb der flachen Hierarchien und des persönlichen Klimas ihrer Organisation einen noch professionelleren Ansatz für ihre Personalführung finden. 

Für die Weiterentwicklung der Organisation selbst entwickelte Katja Urbatsch zusammen mit der Dialogpartnerin eine Strategie für die Teametage. Das gesamte Team arbeitete innerhalb eines Teamtages gemeinsam erfolgreich an einer Formulierung der Vision und Mission für ArbeiterKind.de. Der Prozess, die Werte einer Organisation mit sozialem Anliegen mit den Anforderungen an professionelle Unternehmensentwicklung in Einklang zu bringen, wird noch weiter fortgesetzt.

Insgesamt hat die OE-Begleitung für Katja Urbatsch zu einer Stärkung in ihrer Rolle als Führungskraft und zu einer besseren Steuerung innerhalb der Organisation geführt.

Zum Hintergrund
ArbeiterKind.de ist eine Initiative, die Schülerinnen und Schüler aus Familien, in denen noch niemand oder kaum jemand studiert hat, zum Studium ermutigt und sie vom Studieneinstieg bis zum erfolgreichen Studienabschluss unterstützt. Relevante Informationen werden auf der Homepage zur Verfügung gestellt, Fragen werden über eine Hotline beantwortet und es gibt ein Programm der persönlichen Unterstützung durch freiwillige persönliche Mentoren.   

www.arbeiterkind.de

 

Uplift – Aufwind e.V.

Maren Ernst hat vor 8 Jahren die Organisation Uplift- Aufwind e.V. gegründet, um die unzumutbaren Umstände in kirgisischen Heimen nachhaltig zu verbessern. Aus einer anfänglichen Initiative, die Kindern Zuwendung durch Babymassagen ermöglichte, ist im Laufe der Zeit eine sehr erfolgreiche Organisation mit klarem Rahmenprofil geworden. Sie trat an die Schmid Stiftung mit dem Wunsch heran, im Sinne einer „best practice“ von der bisherigen sehr erfolgreichen und berührenden Entwicklung der Organisation Zeugnis abzulegen. Zudem beschäftigten sie Fragen, wie sie die Organisation weiter entwickeln und ihr intensives persönliches Engagement künftig mit einer angemessenen Entlohnung verbinden könne, ohne jedoch die Ressourcen für die Entwicklungsarbeit vor Ort einzuschränken.

Während der monatlichen Dialoge mit ihrer Dialogpartnerin über einen Zeitraum von über einem Jahr berichtete Maren Ernst einerseits vom operativen Geschehen sowie den mittlerweile zahlreichen Erfolgen der Organisation, reflektierte andererseits aber auch ihre persönlichen Steuerungsmechanismen als Gründerin und Leiterin. Im Laufe der Gespräche konnte Maren Ernst eine neue Rolle für sich als Supervisorin und Projektbegleiterin für die Managerinnen und Mitarbeiterinnen vor Ort definieren, die von einem neuen Rhythmus kürzerer und regelmäßigerer Reisen begleitet wird.

Langfristig stehen Überlegungen an, wie der Vorbildcharakter dieser über die Jahre hinweg stringenten und gesund aufgebauten Organisation öffentlich wirksam werden könnte.

Zum Hintergrund
Uplift- Aufwind e.V. ist ein Verein zur Förderung und Unterstützung von Waisen und Sozialwaisen, die in Kirgistan in Heimen leben und deren Familien. Durch verschiedene Schlüsselprogramme werden Heimkinder von „Uplift-Müttern“ in ihrer Entwicklung begleitet, wird die Adoptionsfreigabe durch Mütter in Not verhindert und erhalten kranke und behinderte Kinder medizinische Versorgung und spezielle Förderung.

www.uplift-aufwind.org

 

Natur- und Heimatverein Östringen e.V.

Michael Spengler vom Natur- und Heimatverein Östringen e.V. kam mit dem Anliegen auf uns zu, tragfähige Strukturen für die weitere Entwicklung des seit 2009 bestehenden Vereins zu etablieren. Im Rahmen der OE-Begleitung wurde zunächst die Situation des Vereins und die Motivation sowie Rolle des Gründers transparenter und klarer herausgearbeitet. Es kam zu einer Präzisierung des Anliegens und es konnte eine Zukunftsvision entwickelt werden.

Der Gründer versteht sich nun in der Rolle des kreativen Impulsgebers des Vereins. Die bisher auf dem Gründer lastenden Aufgaben wurden auf mehrere Köpfe verteilt. Neue Rollen, wie etwa die des Kassenwarts, wurden geschaffen und von fachlichen Experten (Controller) übernommen. Der Professionalisierungs- und Kompetenzgrad des Vereins stieg hierdurch. Aus dieser Veränderung ist nun Mut zu neuen Taten erwachsen. Michael Spengler sagt: „Wenn die Struktur tragfähig ist und das Vertrauen da ist, dass die Leute in der richtigen Position sind, kann man auch mehr kalkulierbare Risiken eingehen.“

Über die Effekte der OE-Begleitung als Organisationsentwicklungsbegleitung hinaus betont Michael Spengler, dass ihm der Erfahrungsaustausch mit Vertretern anderer gemeinwohlorientierter Organisationen beim Orientierungstag der Schmid Stiftung viele interessante Kontakte für den weiteren professionellen Austausch bescherte.

Zum Hintergrund
Der Natur- und Heimatverein Östringen e.V. bewirtschaftet aktuell um die 5 Hektar Streuobstwiesen und produziert sowie verkauft Apfelsaft. Zudem können Baumpatenschaften auf den Streuobstwiesen übernommen und so eigene Früchte geerntet werden. Damit tritt der Verein für die Förderung der Naturvielfalt und einen wertschätzenden Umgang mit der Natur ein.

www.naturundheimatverein.de

 

Alte Feuerwache Mannheim  |  Kulturzentrum

Mit Sören Gerhold, der das Kulturzentrum Alte Feuerwache leitet, besteht seit 2013 eine OE-Begleitung. Sören Gerhold übernahm 2012 die Leitung des Kulturzentrums. In seiner Rolle als Geschäftsführer fand er sich vor viele neue Herausforderungen gestellt. Er trat mit dem Anliegen an die Schmid Stiftung heran, ihn bei der Weiterentwicklung effizienter und tragfähiger Strukturen seiner Organisation zu unterstützen.

Die OE-Begleitung half Sören Gerhold, in einen neutralen Austausch über bestimmte Herausforderungen seiner neuen Rolle zu gehen und dann entsprechende Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Beispielsweise wurde für das gesamte Team eine Klausturtagung geplant, in dessen Rahmen prototypische Abläufe des Teams durchgespielt und verbessert wurden. Die Dialogpartnerin unterstützte Sören Gerhold bei der Vorbereitung dieser Maßnahmen. Hilfreich war vor allem auch das Vermitteln wirklich geeigneter Kontakte im sonst eher unübersichtlichen Coachingmarkt. Auch mit Abschluss der OE-Begleitung bleiben die Kontakte als hilfreiches Netzwerk bestehen und Sören Gerhold wird wieder darauf zurückgreifen, wenn weitere Maßnahmen gebraucht werden können.

Zum Hintergrund
Die Alte Feuerwache Mannheim ist ein Kulturzentrum mit bis zu 300 Veranstaltungen im Jahr, das im Auftrag der Stadt Mannheim Veranstaltungen und Festivals vor allem im Bereich Musik, aber auch Theater, Performance, Film, Literatur und anderen Bereichen organisiert. Es beherbergt ein Kinder- und Jugendtheater, ein Radiosender und andere Institutionen.

www.altefeuerwache.com

Kulturhaus Karlstorbahnhof  |  Heidelberg

Ingrid Wolschin als Geschäftsführerin trat an die Schmid Stiftung mit dem Anliegen heran, eine verantwortungsvolle Übergabe für ihre Rolle als Geschäftsführerin zu gestalten und dabei von der Dialogpartnerin unterstützt zu werden. Dann jedoch stand der Umzug des Karlstorbahnhofs in neue Gebäude in einem anderen Stadtteil an. Da dies einen großen Umbruch mit sich brachte, beschloss Ingrid Wolschin, ihr langfristiges Anliegen auf später zu vertagen und zunächst den Umzug zu planen und zu managen.

Diese Umgestaltung war mit einer Zahl von langwierigen und teilweise schwierigen Auseinandersetzungen - mit Politik, Personal und Publikum - verbunden. Beispielsweise war das Konzept des Karlstorbahnhofs eng mit den bisherigen räumlichen Gegebenheiten verknüpft und es entstanden Fragen, wie dies in einem anderen Gebäude in einem anderen Stadtteil mit anderer Umgebung gut fortgeführt werden könnte. 
Die OE-Begleitung mit ihrer Dialogpartnerin hatte für Ingrid Wolschin vor allem eine sortierende und klärende Funktion. Indem sie ihrer Dialogpartnerin die anliegenden Themen ausßerhalb ihres beruflichen Alltags erklärte, konnte sie diese strukturiert durchdenken und sich dann gemeinsam mit der Dialogpartnerin auf die anstehenden Auseinandersetzungen vorbereiten und schon im Vorfeld Fürsprecher für ihre Anliegen gewinnen.
Langfristig, wenn der Umzug vollzogen ist, wird Ingrid Wolschin ihr ursprüngliches Anliegen mit der Übergabe der Geschäftsführung wieder aufgreifen.

Zum Hintergrund
Der Karlstorbahnhof ist ein Kulturhaus, unter dessen Dach ein Theater, ein Club, eine Musikbühne und ein Kino Platz finden. Der Karlstorbahnhof bietet ein breites Spektrum an kulturellen, vor allem musikalischen Veranstaltungen, "alles außer Klassik", aber auch Lesungen, Seminare etc.. Der Karlstorbahnhof versteht sich dabei als soziokulturelles Zentrum, das alle Bevölkerungsgruppen einbezieht und politische Themen aufgreift bzw. mit Zielgruppen wie z.B. Flüchtlingen arbeitet.

www.karlstorbahnhof.de