Impressionen vom OE-Forum 'Generationenwechsel'
26./27. Oktober 2018

Die Schmid Stiftung bietet Beratern aus dem isb Netzwerk eine Bühne, auf der sie ihr Know-How an Non-Profit-Organisationen weitergeben können. Damit tragen die Netzwerker die isb Kultur in den Non-Profit Bereich und unterstützen Organisationen, die sich unter normalen Umständen keine professionelle Beratung leisten können.

Eine der Bühnen, auf der dieses Engagement geschieht, ist das alljährliche OE-Forum in Heidelberg, bei dem Ende Oktober mehrere Teilnehmer aus Non-Profit-Organisationen, etwa zehn Dialogpartner, die Mitarbeiter der Schmid Stiftung sowie Jutta Werbelow und eine weitere Kollegin vom isb zwei Tage lang an eingebrachten Fällen und Fragestellungen arbeiteten. Das übergeordnete Thema bei diesem OE-Forum lautete: Generationenwechsel – wie gelingt ein guter Übergang?

Dazu ein Erfahrungsbericht von Jutta Werbelow, Redakteurin beim isb:  
Für mich war es das erste OE Forum und spannend zu erleben, wie Dialogpartner arbeiten, wie die Methoden und Formate, die ich aus meiner Arbeit am Institut und den Curricula kenne, im Kontext der Stiftung Anwendung finden und welche Wirkung sie entfalten.

Die Rahmung und Steuerung durch die Stiftung und die Dialogpartner bewirkten von Anfang an ein rasches Sich-Einlassen und konzentriertes gemeinsames Arbeiten.
"Das Loslassen der Gründergeneration kann leichter gelingen, wenn die Organisation strukturell gut aufgestellt ist. Genauso muss das Zusammenspiel von Loslassen-Können und Bereitsein passen“, sagte Uta Mielisch in ihrem Impulsvortrag zu Beginn. Um genau diese Themen kreisten die Anliegen, die die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Non-Profit-Organisationen mit ins OE-Forum brachten, so z.B. Gründer, die sich schwer tun, ihr „Baby“ loszulassen, Vorstände, die sich in ihrem Handlungsspielraum eingeengt fühlen oder diesen sich noch gar nicht erschaffen haben. Die Empfehlung, „sich in der Zone der sogenannten „angemessenen Herausforderung“ zu bewegen, die Balance zwischen „Sorge und Vorsicht“ und „Mut und Herausforderung“ zu finden", war der rote Faden in der gemeinsamen Arbeit. Im Plenum wurden die Anliegen vorgestellt und von den Dialogpartnern moderiert. In Kleingruppen oder Reflecting Teams wurden die Anliegen gemeinsam beleuchtet, Lösungsvorschläge entwickelt und am Ende wieder der gesamten Gruppe vorgestellt.
Besonders beeindruckt und berührt hat mich die Offenheit, mit der Anliegen geschildert und betrachtet wurden, das klare und gleichzeitig einfühlsame Fragen und Steuern der Dialogpartner und die konzentrierte Ernsthaftigkeit und Achtsamkeit derer, die damit arbeiteten. „Wir haben die Anliegen, die eingebracht wurden, immer beinahe zu unseren eigenen gemacht. So weit wäre ich an anderer Stelle nicht gekommen“, resümierte eine Teilnehmerin.
Viel mehr als "nur" zahlreiche Lösungsansätze sind in diesen zwei Tagen entwickelt worden. Die Teilnehmenden haben kompetente Unterstützung und in den Perspektivwechseln eine "Horizonterweiterung" erfahren, sie nehmen Motivation und Mut mit für ihre Vorhaben: "Ich habe die Einflugschneise gefunden", beschrieb es die Vorsitzende eines Chorverbandes. Ich wünsche einen guten Weiterflug!

 

Diese Mal beim OE-Forum: Sechs Beratungsanliegen aus ganz Deutschland

Ein Bildungsinstitut, das durch einen frisch gewählten ehrenamtlich tätigen Vereinsvorstand geführt wird, wünscht sich Impulse u.a. zur Frage, wie im neuen Vorstand - bei nicht ganz gleich verteilten Ressourcen - gut zusammen gearbeitet werden kann. Nach Erarbeitung im Plenum wird ein Vorstandsmitglied nun durch einen Dialogpartner weiter begleitet und dabei unterstützt, die entwickelten Lösungsvorschläge umzusetzen.

Ein Verein der Jugendhilfe ist in den vergangenen Jahren so stark gewachsen, dass die Geschäftsführung auf der Suche nach wertebasierten und dennoch neuen Strukturen für das stets größer werdende 25-köpfige Team ist. Das Anliegen wurde im Reflecting Team bearbeitet und hat viele Erkenntnisse und konkrete Handlungsvorschläge gebracht.

Ein junges soziales Start Up Unternehmen im Brauwesen, das in einer Genossenschaft geführt wird, hat Impulse erhalten, wie der Gründer in der Weiterentwicklung Kräfte und Ressourcen ins Gleichgewicht bringen kann.

Die amtierende Präsidentin eines Chorverbandes möchte ihr Ausscheiden gut vorbereiten und den Übergang entsprechend gestalten. Sie ist bestärkt und mit klaren Vorstellungen wieder in ihre Heimat gefahren.

Eine Bürgerstiftung blickt auf eine große Veränderung, denn viele „Vollzeit-Ehrenamtlichen" und "Leistungsträger" werden bei der nächsten Wahl ausscheiden. Wie kann diese Zäsur gemeistert werden? Hierzu wurden mögliche Handlungsschritte erarbeitet.

Ein Verband im Bildungswesen steht vor der Herausforderung, dass der langjährige Geschäftsführer und Gründer nach 35 Jahren in Ruhestand gehen wird. Zwei Vorstandsmitglieder holten sich Impulse von den Teilnehmenden, wie die Geschäftsstelle zukünftig gestaltet werden könnte.